Lebensmittelverschwendung vermeiden: 22 Tipps für dich

Ist es nicht absurd, dass wir jährlich Tausende Tonnen Lebensmittel wegwerfen und anderswo auf der Welt Menschen hungern? Ich finde nicht nur diesen Gedanken unerträglich, sondern auch die Tatsache, dass mit den Lebensmitteln, die im Müll landen, so viele Ressourcen ungenutzt verschwendet werden. Und nicht nur die Ressourcen, die vergeudet wurden, sondern auch die Energie, die für die Lebensmittelproduktion aufgewendet wird, verpufft sinnlos.

All das passiert in unserer Wohlstandsgesellschaft nur viel zu häufig und ich finde, wir sind uns dem kaum bewusst. Dabei gibt es so viele Möglichkeiten, wie jeder einzelne Lebensmittelverschwendung vermeiden kann. Denn es muss ja nicht immer kurz vor Ladenschuss noch die komplette Auswahl in der Auslage liegen.

Mir ging es sonntags früher beim Bäcker so, dass ich einfach viel zu spät im Laden stand. Damals war ich enttäuscht, wenn dann nur noch ein paar Brezen und nicht mehr die große Auswahl da war. Heute bin ich super happy und denke mir: „Wie grandios: Es muss nichts weggeschmissen werden!“

Und genau hier soll dieser Artikel ansetzen und die Frage „Was kann man gegen Lebensmittelverschwendung tun?“ mit guten und alltagstauglichen Vorschlägen beantwortet werden.

Symbolbild Lebensmittelverschwendung vermeiden
Symbolbild Lebensmittelverschwendung vermeiden
Symbolbild Lebensmittelverschwendung vermeiden

3 Gründe, warum du Lebensmittelverschwendung vermeiden solltest

Jedes Jahr landen in Deutschland pro Person ca. 75 Kilo Lebensmittel im Müll. In Summe sind das rund 12 Millionen Tonnen Nahrungsmittel, die quasi direkt für die Tonne produziert werden.[1] Ist das nicht ein Wahnsinn? Und einfach nur eine absolut sinnlose Verschwendung unseres wertvollsten Guts das wir haben: Nahrung! Hier 3 gute Gründe, warum du Lebensmittelverschwendung vermeiden solltest:

1. Die riesige Auswahl und die permanente Verfügbarkeit von Lebensmitteln sind nicht selbstverständlich

Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und erwarten, dass alles immer in ausreichender Menge vorhanden ist. Auch die exotischsten Nahrungsmittel sind zu jeder Jahreszeit verfügbar – eine Tatsache, die absolut nicht selbstverständlich ist. Denn wirft man einen Blick in die Entwicklungsländer, sieht man, dass mehr als 690 Millionen Menschen unter Hunger leiden. [2] Und ich finde es moralisch einfach nicht vertretbar, dass wir in einem solchen Überfluss leben, Essen wegschmeißen und anderswo Menschen verhungern.

2. Für die Gewinnung und Bewirtschaftung von Anbaugebieten werden viele Ressourcen verbraucht

Um den Ansprüchen der Konsumenten gerecht zu werden und möglichst viel Ertrag zu erzielen, müssen immer mehr landwirtschaftliche Flächen „gewonnen“ werden. Um diesem immer größer werdenden Bedarf gerecht zu werden und mehr Ackerland zu gewinnen, wird immer mehr (Regen-) Wald gerodet.

Zudem wird für die Bewässerung beispielsweise von Avocado- oder Mandelbäumen enorm viel Wasser benötigt. Und das gerade in Regionen, in denen es sehr sonnig und trocken ist. Das Wasser, welches für die Landwirtschaft benötigt wird, fehlt dann häufig den Einheimischen. Und um den Ertrag möglichst hochzuhalten, wird zudem häufig Dünger eingesetzt, der den Grund vor Ort belastet und zusätzlich laugen Monokulturen die Böden aus. Wenn die Lebensmittel dann in der Tonne landen, wurden alle Ressourcen umsonst verschwendet.

3. Für die Lebensmittelproduktion wird Energie benötigt und weitere Ressourcen (z.B. als Futtermittel) verbraucht

Es ist ja nicht „nur“ der Apfel oder der Salat-Kopf, der im Müll landet. Für die Produktion von Fleisch, Käse und verarbeiteten Lebensmitteln wird viel Energie benötigt und weitere Ressourcen aufgewendet. Denkt man nur einmal an die Futtermittel, die die Tiere erhalten, um schnell Ertrag zu bringen, kann man sich vorstellen, wie viele Ressourcen dabei aufgewendet werden müssen. Und dabei geht es nicht nur um Mais und Heu, das bei uns wächst und verfüttert wird, sondern auch um Soja und Palmöl, welches häufig innerhalb des Futters verarbeitet wird. Es geht also nicht nur um die Lebensmittel, die „offensichtlich“ verschwendet werden, sondern auch die Ressourcen und die Energie, die in die Produktion der Lebensmittel gesteckt werden. Wenn diese Lebensmittel dann einfach weggeschmissen werden, wurde all dies umsonst investiert.

Hier meine 22 Tipps, was man gegen Lebensmittelverschwendung tun kann

Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema „nachhaltige Ernährung“ und dazu zählt für mich auch der bewusste Umgang mit den Lebensmitteln. Deshalb war ich sehr geschockt, als ich erfahren habe, wie viele Tonnen Lebensmittel jährlich im Müll landen. Aber das muss nicht sein! Denn es gibt sehr viele Menschen, die sich der Herausforderung „Lebensmittelverschwendung vermeiden“ widmen und unzählige Möglichkeiten, um etwas dagegen zu tun.

Es geht schon dabei los, bewusster einzukaufen, über kleine „Schönheitsfehler“ bei Obst- und Gemüse hinwegzusehen und Lebensmittel länger haltbar zu machen. Außerdem gibt es dank Digitalisierung sehr viele Apps und Online-Shops, die es sich zum Ziel gesetzt haben, auf kreative Art und Weise dafür zu sorgen, Produzenten und Konsumenten zusammenzubringen, sodass weniger Lebensmittel im Müll landen.

Lebensmittelverschwendung beim Einkaufen vermeiden

  • 1. Lebensmittel mit „Schönheitsmakel“ bewusst kaufen

    Der Apfel in der Auslage hat eine Delle? Die Bananen liegen einzeln in den Kisten? Na und? Trotzdem schmecken die Lebensmittel genauso gut! Deshalb solltest du auch Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern eine Chance geben, denn wenn du sie nicht kaufst, bleiben sie liegen und werden anschließend weggeschmissen.

  • 2. (Fast) abgelaufene Lebensmittel kaufen

    In vielen Supermärkten gibt es im Kühlregal einen Bereich, in denen Lebensmittel zu reduzierten Preisen angeboten werden, weil diese in den nächsten Tagen ablaufen. Hier lohnt es sich regelmäßig vorbei zu schauen. Denn zum einen kann man hier bares Geld sparen und Lebensmittelverschwendung vermeiden.

  • 3. Wocheneinkäufe gut planen & Einkaufszettel schreiben

    Um Fehl- oder Zuviel-Käufe zu vermeiden, kann es hilfreich sein, einen Einkaufszettel zu schreiben und vor dem Einkauf immer die Vorräte zu prüfen. Wir erstellen (fast) immer einen Speiseplan für die Woche und kaufen dann ganz gezielt für die Gerichte ein. Vorher checken wir noch einmal den Kühlschrank, damit wir nur die Dinge kaufen, die wir auch wirklich benötigen.

  • 4. Nicht hungrig einkaufen gehen

    Ähnlich verhält es sich mit der Tatsache, dass du es vermeiden solltest hungrig einkaufen zu gehen, denn dann landen häufig ungewollt viele Lebensmittel im Einkaufswagen, die zu Hause vielleicht nicht gleich aufgebraucht werden und eventuell weggeschmissen werden müssen.

  • 5. Apps und Websites gegen Lebensmittelverschwendung nutzen

    Kaufe ganz bewusst über Apps und Online-Shops ein, die dafür sorgen, dass krummes Gemüse oder Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (fast) abgelaufen ist, vor der Tonne gerettet werden. „toogoodtogo“, „etepetete“, „sirplus“ und „miteckenundkanten“ haben das Ziel, dass Lebensmittel mit kleinen „Schönheitsfehlern“ noch eine zweite Chance auf deinem Speiseteller bekommen und so nicht weggeschmissen werden. Mehr Infos dazu findest du weiter unten im Artikel.

  • 6. Nutze das Angebot von Foodsharing

    Gerade in Großstädten gibt es viele Foodsharing-Angebote, über die man sich kostenlos Lebensmittel holen kann. Angeboten wird hier, was sonst „übrig“ bleibt und dann vermutlich in der Tonne landet. Du findest Angebote dazu online und in den Social-Media-Kanälen.

  • 7. Lass dich nicht von Angeboten locken

    „3 zum Preis von 2“ oder super Rabatt-Preise sorgen häufig dafür, dass wir uns dazu verführen lassen, dass wir mehr kaufen, als wir brauchen. Das wiederum führt häufig dazu, dass zu Hause zu viele Lebensmittel sind und das Risiko steigt, dass diese in der Tonne landen.

  • 8. „Doggy Bags“ nutzen und eigene Tupper-Dosen mitbringen

    In den USA ist es in den Restaurants wohl gang und gäbe, dass man die Reste, die man vor Ort nicht verspeist hat, mit nach Hause bekommt. Auch bei uns wird das immer häufiger angeboten. Und wenn es nicht aktiv angeboten wird, dann frage doch einfach nach. So sparst du dir am nächsten Tag auch das Kochen. Allerdings solltest du am besten auch eine eigene Tupper-Dose mitbringen, um Plastikmüll zu vermeiden. Ich persönlich liebe es, wenn nach dem Restaurantbesuch noch etwas übrig ist und ich das am nächsten Tag im Büro in der Mittagspause essen kann und nicht extra etwas kochen muss. Es ist auch empfehlenswert, auf größeren Feiern, besonders wenn es ein Buffet gibt, eigene Dosen mitzubringen und übrige Lebensmittel mit nach Hause zu nehmen.

Mindesthaltbarkeitsdatum - Was kann man gegen Lebensmittelverschwendung tun

Tipps, wie du Lebensmittelverschwendung zu Hause vermeiden kannst

  • 9. Mindesthaltbarkeitsdatum (MDH) richtig beurteilen

    Mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum gewährleistet der Hersteller, dass die ungeöffneten Lebensmittel ihre spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Nährwert und Geruch behalten, sofern sie richtig gelagert sind. Das bedeutet, dass Lebensmittel nicht automatisch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums schlecht oder nicht mehr zum Verzehr geeignet sind. Gerade „trockene“ Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Mehl können auch noch Jahre nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums gut zum Verzehr geeignet sein. Am besten einfach vorher die Optik und den Geruch checken sowie ein kleines bisschen probieren und wenn all das in Ordnung ist, lassen sich auch „abgelaufene“ Lebensmittel noch verzehren.

  • 10. Lebensmittel richtig lagern

    Die verschiedenen Ebenen im Kühlschrank sorgen für unterschiedliche Temperaturen. Das unterste Fach ist am kühlsten, deshalb solltest du dort schnell verderbliche Lebensmittel lagern. Achte darauf, Salate in Tupper-Dosen aufzubewahren, dann werden diese nicht so schnell welk. Ebenso solltest du Radieschen und Karotten am besten vor der Aufbewahrung im Kühlschrank putzen, das Grünzeug entfernen und feucht in einer Tupper- oder Glas-Dose aufbewahren, damit sie sich länger halten. Außerdem „vertragen“ sich nicht alle Obst- und Gemüsesorten. Äpfel und Tomaten sorgen bei anderen Obst- und Gemüsesorten dafür, dass diese schneller reifen und deshalb auch schneller verderben.

  • 11. Aus Resten neue Gerichte zaubern

    Du hast nach einem Raclette-Abend noch viel klein geschnittenes Gemüse, Ananas, Schinken u. v. m. übrig? Wie wäre es mit einer bunt belegten Pizza aus den Resten? Oder die Pellkartoffeln vom Vorabend wurden nicht komplett aufgegessen? Wie wäre es da mit Bratkartoffeln oder einem leckeren Kartoffelsalat? Mit ein wenig Kreativität lassen sich aus Resten viele neue Rezepte zaubern, die für Abwechslung in der Küche sorgen und mit denen man etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun kann.

  • 12. Kreative „Zweckentfremdung“ von Lebensmitteln

    Die Bananenschale ist schon etwas braun und die Banane schon „etwas zu matschig“, um sie einfach so zu essen? Dann sind die Bananen perfekt für ein leckeres Bananenbrot geeignet. Die Semmeln und Brezen vom Wochenende sind schon hart und fürs Frühstück ungenießbar? Dann verwende Sie einfach für Semmel- oder Spinatknödel.

  • 13. Lebensmittel haltbar machen und einkochen

    Im Sommer wirft der Garten so viel Obst und Gemüse ab, dass du nicht alles auf einmal essen kannst? Dann mache doch einfach Tomatensoße und koche Tomaten im Glas ein oder mach aus zu viel geernteten Erdbeeren leckere Marmelade.

  • 14. Lebensmittel haltbar machen und einfrieren

    Wir hatten im letzten Jahr so viel Spinat (der eigentlich für meinen Spinat-Smoothie gedacht war), dass ich diesen auf einmal geerntet, gewaschen, eingefroren und dann für eine Quiche verwendet habe. Auch viele andere Lebensmitteln, die nicht sofort verzerrt werden können, kannst du einfrieren und so länger haltbar machen.

  • 15. Foodsharing nutzen

    Du hast zu viele Lebensmittel kurz vor dem Urlaub noch zu Hause? Du hast eine Ernährungsumstellung und weißt nicht wohin mit den Lebensmitteln? Frag doch einfach bei Freunden und Familie oder den Nachbarn nach, ob sie Bedarf haben. Oder suche nach Fairteilern, die über www.foodsharing.de* organisiert werden. Hier kannst du Lebensmittel vor dem Verfall an soziale Einrichtungen oder andere Personen abgeben.

2 Millionen Tonnen Lebensmittel landen im Müll

noch bevor sie den Supermarkt erreicht haben

Hast du gewusst, dass

in Deutschland rund 2 Millionen Tonnen Lebensmittel schon im Müll landen, bevor sie überhaupt in den Supermärkten verkauft werden? Das liegt u.a. daran, dass viele Konsumente perfekt geformte Gurken, Karotten und makellose Äpfel und Bananen erwarten. [3]

288 Kilogramm Bananen landen im Müll

pro Stunde in Deutschland

Hast du gewusst, dass

pro Stunden in Deutschland 288 Kilo Bananen weggeworfen werden? Hauptsächlich aus dem Grund, weil sie einzeln in der Auslage liegen und die Konsumenten lieber die zusammenhängenden Bananen kaufen. Lass die Singles nicht liegen und kaufe auch sie. ;-) [4]

Tolle Initiativen, Apps und Online-Shops mit denen du Lebensmittelverschwendung vermeiden kannst

Hier möchte ich dir noch ein paar tolle Initiativen, Online-Shops und Apps vorstellen, die sich zum Ziel gesetzt haben auch krummes Gemüse zu verkaufen, Lebensmittel besser zu verteilen und einfach dafür zu sorgen, dass weniger Essen im Müll landet.

  • 16. Online-Shop „Mit Ecken und Kanten“ – Fokus auf Fehlern im Verpackungsmaterial, „kritisches“ Mindesthaltbarkeitsdatum etc.

    Nach eigener Auskunft findest du unter www.miteckenundkanten.com* unperfekte und gerettete Produkte. Der Shop setzt dabei nicht nur auf Lebensmittel, legt aber bei allen Produkten wert auf Nachhaltigkeit. Ganz transparent wird pro Produkt auch angegeben, warum es im Shop ist. Und manchmal liegt es sogar einfach nur an Druckfehlern auf der Verpackung. Also definitiv einen Versuch wert, dort mal zu bestellen.

  • 17. Online-Shop „Etepetete“ – Fokus auf Obst und Gemüse mit „Schönheitsfehlern“

    Die Gründer von www.etepetete-bio.de* haben es satt, dass ein erheblicher Teil der Ernte aufgrund seines Aussehens auf den Feldern liegen bleibt, vernichtet wird oder für die Energiegewinnung zweckentfremdet wird. Sie setzen sich für krummes Gemüse ein, welches nicht der „Norm“ entspricht und damit nicht in deutschen Supermärkten landet. Du kannst dort Bio-Kisten mit Obst und Gemüse bestellen, welches dir plastikfrei und CO2-neutral nach Hause geliefert wird.

  • 18. Online-Shop „SIR PLUS“ – Fokus auf Lebensmitteln, die „Schönheitsfehler“ haben oder ein „kritisches“ Mindesthaltbarkeitsdatum

    Bei www.sirplus.de* werden überschüssige Lebensmittel gerettet, die kurz vor oder nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen oder die nicht der Norm entsprechen. Diese kannst du entweder einzeln bestellen oder in ganzen Boxen.

  • 19. App „Too good to go“ – Rettung von bereits zubereitet Backwaren oder fertige Gerichte aus Restaurants

    Mit der App www.toogoodtogo.de* – die hauptsächlich in größeren Städten präsent ist, können teilnehmende Restaurants, Bäckereien und Konditoreien zu viel produzierte Lebensmittel einstellen und User können im Umkreis über die App nach Angeboten recherchieren. Diese sind natürlich nur für einen begrenzen Zeitraum gültig und nur solange der angegebene Vorrat verfügbar ist. Hier habe ich einen spannenden Erfahrungsbericht dazu gelesen, denn leider konnte ich die App „bei uns auf dem Land“ noch nicht ausprobieren. Und eine Freundin hat bereits auch Positives darüber berichtet. Der Vorteil der App ist, dass du die Gerichte deutlich günstiger bekommst und so etwas Gutes für deinen Geldbeutel, dich und die Umwelt tust, denn die Lebensmittel würden sonst im Müll landen.

  • 20. Foodsharing: Fairteiler und Abgabestellen

    Foodsharing bedeutet so viel wie Lebensmittel teilen. Die gleichnamige Initiative www.foodsharing.de* hat sogenannte Fairteiler ins Leben gerufen – Orte, an die Privatpersonen und Betriebe ihre Lebensmittel bringen können, die sie nicht mehr benötigen, aber noch sehr gut zur Weitergabe geeignet sind. Privatpersonen und soziale Einrichtungen dürfen sich die dort zur Verfügung gestellten Lebensmittel für den eigenen Bedarf kostenfrei mitnehmen und das ganz ohne irgendwelche Voraussetzungen erfüllen zu müssen.

    Durch die Fairteiler wird dafür gesorgt, dass für alle mehr vorhanden ist und genießbare Lebensmittel nicht weggeschmissen werden müssen. Neben Fairteilern, die über die foodsharing-Initiative betrieben werden, gibt es noch sogenannte Abgabestellen – diese werden von Privatpersonen oder anderen Organisationen betrieben. Gerade in Großstädten ist dieses Angebot schon weit verbreitet.

  • 21. Containern

    Sicherlich hast du vom Containern schon gehört. Containern bezeichnet die Mitnahme weggeworfener Lebensmittel aus Supermarkt-Containern. Die sich in den Abfallbehälter befindlichen Lebensmitteln haben in der Regel ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum oder Druck- und Fäulnisstellen. Dazu zählen allerdings auch ganze Packungen mit Erdbeeren, bei denen nur einzelne Erdbeeren betroffen sind, dennoch wird die ganze Packung weggeschmissen. Personen, die das Containern betreiben, wollen damit ganz klar etwas gegen die Lebensmittelverschwendung tun. Leider ist das rechtlich in Deutschland verboten und wird als Diebstahl angesehen.

    Hinweis: Ich möchte mit dem Tipp nicht offiziell zum Containern aufrufen. Vielmehr möchte ich darüber informieren, was es ist und dass es bei uns leider verboten ist. Wie die rechtliche Situation in anderen Ländern ist, lässt sich hier nachlesen. Dennoch kannst du das Thema als Anlass nehmen und in den Supermärkten vor Ort nachfragen, was sie mit den „abgelaufenen“ Lebensmitteln machen und sie zu Foodsharing etc. animieren.

  • 22. Initiative „Zu gut für die Tonne“

    Mit der Initiative www.zugutfuerdietonne.de* will das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sich dafür einsetzen, Verbrauchern sowie Verantwortlichen entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren und deren Verschwendung zu reduzieren. Auf der Aktionsseite findest du spannende Infos.

Werde selbst aktiv und vermeide Lebensmittelverschwendung!

Werde selbst aktiv und frage in den Bäckereien und Supermärkten nach, was diese mit den übrigen Lebensmitteln am Abend machen. Schlage ihnen Foodsharing-Konzepte und „TooGoodToGo“ vor oder organisieren Kooperationen mit der Tafel.

Teile deine Ideen unter den Hashtag #EsReichtFürAlle und #NoFoodWaste in den Social Media Kanälen.

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