Umweltbewusst leben: Tipps für deinen Alltag

Es regt dich auf, wie der Klimawandel voranschreitet? Es macht dir Sorgen, dass bald mehr Plastik im Meer schwimmt, als Fische? Du möchtest etwas gegen die Abholzung der Regenwälder und für den Umweltschutz tun? Du möchtest umweltbewusst leben und suchst nach Tipps? Dann wirst du hier ganz sicher fündig. Egal ob du heute mit einfachen Dingen loslegen oder tiefer in die Materie einsteigen möchtest, ich habe dir ein paar Tipps zusammengefasst und hoffe du findest hier ein paar Ideen zur Inspiration.

Mir ist es sehr wichtig, dass ein nachhaltiges und umweltbewusstes Leben für jeden möglich sein soll, sodass jeder etwas für den Umweltschutz tun kann. Deshalb habe ich den Artikel in mehrere Kategorien unterteilt. Ganz oben findest du Tipps, die du ganz einfach und kostenlos umsetzen kannst. Weiter unten findest du Tipps, die sich umfangreicher auf deinen Konsum und deinen Lebensstil auswirken. Wenn du Stück für Stück startest, wirst du sehen, dass jeder einzelne einen Unterschied machen kann. Lege einfach los!

10 Tipps, um sofort umweltbewusster zu leben

Umweltbewusst leben: 11 Tipps, die kostenlos sind und mit denen du sofort starten kannst

  • 1. Werbezeitschriften und kostenlose Flyer abbestellen

    Hast du gewusst, dass jährlich 46 Kilo Papiermüll pro Haushalt durch kostenlose Werbung produziert wird? Und dass davon 90 % ungelesen direkt im Müll landet? [1] Ist das nicht krass? Vor allem, wenn man mal bedenkt, wie unpersonalisiert diese Werbung ist.

    Tipp: Um diese 46 Kilo Müll pro Jahr (und die damit verbundenen Ressourcen) einzusparen kannst du einfach einen Aufkleber auf deinen Briefkasten kleben „Bitte keine Werbung einwerfen!“.

  • 2. Trinke Leitungswasser statt Flaschenwasser

    Für die Herstellung eines Liters Flaschenwasser werden zwischen 6 – 20 Liter Wasser benötigt (Reinigung der Flaschen etc.). Hinzu kommt der Energiebedarf für die Herstellung der Verpackung, die Lagerung, der Transport in den Supermarkt bzw. zum Verbraucher. [2] Zudem entsteht durch Plastikflaschen, in denen das Wasser häufig verkauft wird, enorm viel Müll. In Deutschland sind das pro Jahr 17,4 Milliarden Einweg-Plastikflaschen. Das entspricht 450.000 Tonnen Müll! [3]

    Tipp: Um diesen Müll zu vermeiden kannst du einfach Leitungswasser trinken. Zudem sparst du dir beim Leitungswasser bares Geld: 1 Liter kostet in Deutschland im Schnitt 0,2 Cent. Mineralwasser aus dem Supermarkt kostet zwischen 19 und 50 Cent/Liter. [4]

    Und wenn du lieber Sprudelwasser trinkst, dann kaufe dir einen Trinkwassersprudler – und mit ein bisschen Sirup kannst du dir dann auch die Süßgetränke in der Plastikflasche sparen.

  • 3. Wäsche auf der Wäscheleine trocknen anstatt im Trockner

    In jedem Haushalt fällt nahezu täglich Schmutzwäsche an, die gewaschen werden will. Anschließend muss diese trocknen, bevor sie zusammengefaltet im Schrank landet. Trockner sind dabei große Stromfresser, die sich ganz umweltbewusst durch Wäscheleinen ersetzen lassen. Ein normaler Trockengang benötigt etwa 3 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 24 Cent pro Kilowattstunde macht das 70 Cent je Trocknerladung. Wenn man das auf einen 2-Personen-Haushalt umrechnet, bei dem wöchentlich etwa 2 Trocknerladungen anfallen, landet man am Jahresende bei 75 Euro (3 kWh pro Trocknerladung x 2 Trocknerladungen pro Woche x 52 Wochen pro Jahr x 0,24 Euro pro kWh). [5]

    Tipp: Wenn du einen Trockner besitzt, dann nutze diesen zukünftig weniger und stattdessen die Wäscheleine und bevor du dir einen neuen zulegen solltest, überlege, ob das wirklich notwendig ist.

    Zieh Leine! Dem Klima zuliebe! Frische Luft statt Wäschetrockner! So sparst du Strom und bares Geld.

  • 4. Eis in der Waffel statt im Becher

    Weißt du wie viele Eisbecher und Plastiklöffel jährlich in der Natur oder im Müll landen? Genaue Zahlen habe ich dazu leider nicht gefunden. Denn Eisbecher und Plastiklöffel fallen unter die Kategorie „Einwegbecher“ und da zählen auch Coffee-to go-Becher dazu. Diese Einwegbecher bringen es inklusive Zubehör, wie Deckel, Strohhalm und Rührstab auf 55.000 Tonnen Müll pro Jahr. Das macht pro Person 34 Becher jährlich und im Durchschnitt wird ein Becher nur 10 Minuten genutzt. [6]

    Tipp: Esse Eis in Zukunft einfach aus der Waffel, so verschwindet die „Verpackung“ direkt. 😉 Falls du die Waffel nicht so gerne magst, dann bring dir doch einfach ein Einweckglas mit, in das die Eiskugeln eingefüllt werden oder gönne dir gleich einen ganzen Becher in der Eisdiele.

  • 5. Biomüll kommt mir nicht in die Tüte

    Sammle Biomüll nicht in einer Tüte, sondern einfach nur in einer Schüssel und schmeiße ihn dann direkt in die Tonne. So sparst du Unmengen an Plastikmüll.

    Ja, es gibt „kompostierbare“ Biomüll-Tüten auf Kartoffel- oder Maisstärke-Basis und diese zersetzen sich zwar schneller als herkömmliche Plastiktüten. ABER: Es dauert immer noch bis zu 3 Monate und ca. 10 % der Tüte zersetzen sich gar nicht.

    Biomüll braucht im Schnitt nur 4 – 5 Wochen bis er sich zersetzt. Die „kompostierbaren“ Mülltüten benötigen bis zu 3 Monate. Ein weiteres Problem: Mitarbeiter der Kompostieranlagen erkennen nicht auf Anhieb, ob die Tüte biologisch abbaubar ist oder nicht. Deshalb werden die Tüten in der Regel schon vorher aussortiert. Das erschwert die Arbeit und führt zu Ineffizient beim Recycling. [7]

    Tipp: Sammle Biomüll in einer Schale oder einem kleinen Mülleimer. Bringe ihn regelmäßig raus, denn so vermeidest du Geruch und Fliegen. So sparst du bares Geld (weil du keine Tüten mehr kaufen musst) und schonst die Umwelt.

  • 6. Essen und Coffee-to-go unverpackt

    In Deutschland werden jedes Jahr rund 2,8 Milliarden Einwegbecher verbraucht, das entspricht 34 Bechern pro Kopf. 60 Prozent davon sind kunststoffbeschichtete Papierbecher, die anderen 40 % reine Plastikbecher. Hinzu kommen noch einmal 1,3 Milliarden Kunststoffdeckel. [8]

    Auch durch Pizzakartons fällt jährlich Unmengen an Müll an. Laut deutscher Umwelthilfe sind es pro Jahr 435 Millionen Stück. [9]

    Auch die leckeren Brötchen beim Bäcker sorgen für riesige Mengen Müll. Angenommen jeder erwachsene Deutsche lässt sich pro Woche zweimal eine Papiertüte beim Bäcker geben, dann ergibt das jährlich rund 7 Milliarden Papiertüten. [10]

    Dazu kommt weiteres Einweggeschirr und die To-Go-Verpackungen. Die aktuellsten Zahlen, die ich dazu gefunden habe, stammen aus 2017. Hier wurden lt. einer Studie des Naturschutzbund Deutschland in gesamten Jahr 2017 mehr als 350.000 Tonnen Abfall durch Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen produziert. [11]

    Tipp: Hole dir Kaffee in nachhaltigen Mehrwegbechern. Kaufe Semmeln beim Bäcker wie früher mit dem Stoffbeutel und gehe mit deiner Tupperdose zum Restaurant, um die Gerichte für zu Hause abzuholen. Auch Pizzakartons lassen sich mehrfach wiederverwenden, bevor sie abschließend im Müll landen. Oder achte bei der Restaurantauswahl, dass Pfandsysteme wie ReCup angeboten werden, mit denen du deine Speisen in Dosen abholst, die im Rahmen eines Pfandsystems mehrfach wiederverwendet werden können.

  • 7. Nachhaltiger Restmüll (Klopapiertüte)

    Restmüll im Badezimmer oder in der Küche muss regelmäßig weggeschmissen werden. Wenn man den Müll jede Woche herunterbringt, benötigt man rund 52 Plastikmülltüten, die extra gekauft werden müssen.

    Also kauft man quasi Plastik(müll), den man direkt wieder wegschmeißt. Das ist, wenn man mal genau drüber nachdenkt, einfach nur sinnlos und kostet Geld. Denn für die Herstellung einer herkömmlichen ca. 20 g schweren Plastiktüte werden 40 g Erdöl verarbeitet. [12] Dazu kommt die Energie, die für die Produktion erzeugt werden muss.

    Tipp: Deshalb nehme ich für Restmüll nur noch Klopapiertüten und andere Umverpackungstüten. In diese Tüten passt super viel herein und sie sind einfach zu schade, um sie ohne doppelte Nutzung wegzuwerfen.

    Am besten achtest du beim Kauf von Klopapier(tüten) auch darauf, dass diese aus recyceltem Material stehen. So schonst du weitere Ressourcen.

  • 8. Nutze Recycling-Klopapier anstatt Frischfaser-Klopapier

    Jährlich verbraucht jeder Deutsche im Durchschnitt 93 Rollen Klopapier. Das sind umgerechnet bis zu 700.000 Tonnen, die direkt wieder in der Toilette runtergespült werden. [13]

    Dass dabei nur rund 48 % aus Recycling-Materialien bestehend finde ich total schockierend,[14]  denn der Rest besteht aus Frischfaser und dieser Rohstoff wird in Deutschland zu großen Teilen importiert. Rund 80 % des frischen Holzzellstoffes, welcher auch für Hygienepapier eingesetzt wird, wird für uns importiert. Dabei stammt mehr als die Hälfte aus Südamerika, und zwar u.a. aus Uruguay, Chile und Brasilien. Der Rohstoff stammt hauptsächlich von Eukalyptusplantagen, auf denen früher einmal Regenwald stand. [13] Alleine das finde ich schon schockierend genug. Dazu kommt, dass das Frischfaser-Papier chemisch aufbereitet und dafür zusätzlich viel Energie aufgewendet werden muss.

    Tipp: Nutze ab sofort nur noch Recycling-(Klo)papier. Dieses ist genauso soft, wie das aus Frischwasser, besteht aber aus Altpapier. Achte dabei unbedingt darauf, dass der blaue Engel auf der Verpackung abgebildet ist. Dieser garantiert dir, dass die Papierfasern zu 100 Prozent aus Altpapier gewonnen werden und keine gefährlichen Chemikalien eingesetzt werden. [15]

    Zudem ist Recycling-Klopapier auch gut für deinen Geldbeutel. In der Regel kostet es nämlich nicht mehr als Frischfaser-Klopapier.

  • 9. Nutze feste Seife anstatt flüssiger Seife

    Flüssige Seife im Einweg-Pumpspender sorgt für enorme Mengen an Müll. Wenn du Plastikmüll vermeiden und umweltbewusster leben möchtest, dann greife ganz einfach zu fester Seife. Feste Seife kannst du in jedem Drogerie-Markt kaufen und ist dort meistens nur in Papier / eine dünne Folie eingepackt. Häufig kannst du feste Seife sogar unverpackt kaufen und so ganz auf den Verpackungsmüll verzichten.

    Ergänzende Info: Palmöl in Seifen ist ein weiterer wichtiger Aspekt, den du beachten solltest, wenn du umweltbewusst und nachhaltig leben möchtest. Allerdings ist dieser gar nicht so einfach auf den Punkt zu bringen, weshalb es dazu nochmal einen extra Beitrag geben wird.

    Tipp: Neben Seife kannst du auch Shampoos, Duschseife und Haarkuren in fester Form kaufen und so auch die Menge besser dosieren, als bei Plastikverpackungen. In vielen Läden bekommst du feste Seife sogar unverpackt zu kaufen.

    Überleben Bakterien auf fester Seife?
    Häufig gibt es den Mythos, dass feste Seife nicht so hygienisch ist, wie flüssige, weil das Seifenstück zu stark mit Bakterien belastet sein könnte. Dieser Frage widmete sich New York Times und kam zu einem interessanten Ergebnis: Feste Seifenstücke übertragen keine Bakterien oder Krankheiten. Die NYT berief sich dabei auf verschiedene Studien – die gründlichste stammt aus dem Jahr 1965: Forscher hatten ihre Hände für Experimente mit fünf Millionen Bakterien kontaminiert, darunter E.coli und Staphylokokken. Anschließend wuschen sie ihre Hände mit einem Seifenstück. Danach benutzten andere (unbelastete) Personen die Seife.

    Die Analyse zeigte: Die Bakterien wurden nicht auf die nachfolgenden Benutzer übertragen. [16]

  • 10. Bilde Fahrgemeinschaften und fahre innerorts mit dem Fahrrad

    Fahre innerorts mit dem Fahrrad und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bilde Fahrgemeinschaften in die Arbeit oder zu Ausflügen. So wird insgesamt weniger CO2 erzeugt.

  • 11. Kippen gehören nicht in den Gully

    Hast du gewusst, dass viele der Kippen, die Raucher in den Gully werfen direkt im nächsten Fluss landen? Nämlich dann, wenn die Gemeinden und Kommunen in der Entwässerungstechnik auf ein Trennsysteme setzen. Denn dann werden getrennte Leitungs- und Kanalsysteme für die Ableitung von Schmutz- und Regenwasser angelegt. Krass, oder? Ganz viele Raucher sowie Nichtraucher denken, dass alle Gully in die nächste Kläranlage führen und die Kippen dort rausgefischt werden. Dem ist ganz häufig nicht so!

    D.h. alles was über die Gullys in die Kanalisation gelangt, landet direkt im nächsten Gewässer. Jede im Gully entsorgte Kippe landet also im Fluss, dann im See und dann im Meer – und die Schadstoffe der Zigaretten haben es echt in sich. Hier findest du weitere Infos dazu, warum du Kippen wegwerfen nicht so ne gute Idee ist und wie du sie nachhaltiger entsorgen kannst.

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