Plastikmüll vermeiden im Alltag

Plastikmüll vermeiden im Alltag – 9 Tipps

Du möchtest wissen, wie du Plastikmüll im Alltag vermeiden kannst? Here we go: Ich habe dir meine Top Tipps zusammengefasst. Denn neben den Klassikern wie auf „Coffee to go Becher verzichten“ und „keine Plastiktüten beim Einkaufen mehr nutzen“, gibt es noch zahlreiche weitere Tipps, wie du dafür sorgen kannst, die Plastikflut zu reduzieren.

Wie kann man Plastikmüll vermeiden?

  • Stoffnetze für Obst und Gemüse

  • Dosen für Kaffee, Getreide und Nudeln

  • Feste Seife kaufen

  • Eis in der Waffel

  • Frisch kochen

  • Glasflaschen benutzen

  • Naturkosmetik verwenden

  • Biomüll direkt entsorgen

  • Gut planen

Tipp 1: Stoffnetze für Obst und Gemüse statt Plastikfolie

Plastikmüll vermeiden im Alltag mit StoffnetzenKennst du die kleinen dünnen Stoffnetze, die es schon seit Ewigkeiten in den Biomärkten und jetzt auch in vielen großen Supermärkten gibt? Einmal gekauft, kannst du sie immer wieder verwenden. Ich benutze sie wirklich bei jedem Wocheneinkauf. Sie sind super leicht, lassen sich einfach in der Waschmaschine reinigen und eignen sich ideal um Obst, Gemüse, Salat, Kartoffeln etc. nach Bedarf abzufüllen und so auf die Plastiktüte zu verzichten. Wichtig ist nur, dass du jede Produktsorte einzeln in ein Stoffsäckchen abfüllst, damit die Produkte dann einfacher an der Kasse gewogen werden können.

Info: Besonders auf Wochenmärkten und in Bioläden bekommst du die frischen Produkte in der Regel ohne Verpackung. Aber mittlerweile ziehen auch einige große Supermarktketten nach und bieten dir die Möglichkeit frische Lebensmittel unverpackt einzukaufen.

Tipp 2: Dosen für Kaffee, Getreide, Nudeln statt Plastiktüten

Plastikmüll vermeiden im Alltag mit Dosen und EinweckgläsernLebensmittel wie Kaffee, Nudeln, Reis, Nüsse u. v. m. gibt es mittlerweile auch immer häufiger direkt zum Abfüllen nach Bedarf und das nicht nur in „Unverpackt Läden“. Auch viele Biomärkte bieten eine (große) Auswahl an losen Lebensmitteln in großen Säulen zum selber abfüllen. Wir holen uns dort immer Kaffee, Datteln, Nudeln, Reis, Linsen u. v. m.

Info: Das tolle beim „Unverpackt einkaufen“ ist ja auch, dass man sich nur die Menge abfüllt, die man wirklich braucht. Das ist besonders vorteilhaft, wenn du alleine wohnst oder einzelne Lebensmittel nur für ein einziges Gericht benötigst. So vermeidest du nicht nur Müll, sondern verhinderst auch dass Lebensmittel verderben.

Hast du gewusst, dass es auch immer mehr Frischetheken mit Wurst und Käse gibt, zu denen du mit deiner Tupper-Dose gehen kannst? Hier bekommst du die Lebensmittel frisch und unverpackt. Frag doch einfach mal bei dir im Laden um die Ecke nach! Ich gehe mittlerweile auch wieder mit Stoffbeutel und Tupper-Box zum Bäcker und lasse mir dort wie früher die Semmeln in den Stoffbeutel und die süßen Teilchen in die Box einfüllen.

Tipp 3: Feste Seife statt Flüssigseife

plastikmuell-vermeiden-im-alltag-feste-unverpackte-seifeWahnsinn, was wir früher Zuhause an Flüssigseife aus Plastik-Pump-Spendern verbraucht haben: Einmal drauf gedrückt, hat man gleich eine ganze Menge in der Hand und die Seife wird auch ziemlich schnell leer. Vor einiger Zeit haben wir dann unsere Flüssigseife durch feste Seife ausgetauscht. Das hatte für uns gleich mehrere Vorteile:

  • Die feste Seife ist deutlich ergiebiger
  • Wir produzieren keinen Plastikmüll und tun was für die Umwelt
  • Zudem schonen wir unseren Geldbeutel

Info: Bei (festen) Seifen kommt es natürlich auch immer auf die Inhaltsstoffe an, wie gut diese für Haut und Umwelt sind. Wir kaufen unsere Seifen häufig von kleineren Manufakturen auf Wochenmärkten oder im Biomarkt. Hierbei achten wir auf natürliche Inhaltsstoffe, unterstützen regionale Anbieter und vermeiden zeitgleich Plastikmüll. Zudem kannst du die feste Seife natürlich auch beim Duschen nutzen und so auf flüssiges Duschgel verzichten. So vermeidest du einmal mehr Plastikmüll im Alltag.

Tipp 4: EIS: Waffeln statt Plastikbecher und frisch statt aus dem Tiefkühler

Was gibt es Schöneres als bei heißem Sommerwetter ein leckeres Eis zu essen? Wohl wenig Vergleichbares ? Und genau hier kannst du ansetzen und deinen Beitrag leisten, um Plastikmüll im Alltag zu vermeiden. Nimm statt dem vermeintlichen Pappbecher (der ist häufig mit diversen Lacken überzogen bzw. ganz aus Plastik – damit das Eis ihn nicht durchweicht) gleich die leckere Waffel. Denn aufs Kalorienzählen kommt es beim Eis essen nun wirklich nicht an… Außerdem solltest du auf die kleinen Plastiklöffel verzichten. Wer braucht die beim Eis essen schon?

Info: Klar ist es immer ein bisschen bequemer Eis aus der Tiefkühltruhe zu essen, als mal schnell in die Stadt zur nächsten Eisdiele zu gehen. Dafür sprechen aber mehrere Punkte

  • Du unterstützt regionale Anbieter
  • Du vermeidest Plastikmüll
  • Du triffst nette Bekannte

und meistens ist so ein kleiner Ausflug in die Stadt, an einem lauen Sommerabend, fast wie ein kleiner Kurzurlaub.

Info: Warum solltest du Plastikmüll vermeiden?

Hast du gewusst, dass jeder Deutsche pro Jahr durchschnittlich 37,6 kg (Plastikverpackungsabfall) Plastikmüll produziert und dass nur 42 % des Plastikmülls in Deutschland recycelt werden? (siehe Statista-Dossier aus 2016) Ein Großteil des Plastikmülls gelangt direkt oder indirekt in Flüsse, Meere und die Natur und verschmutzt dadurch die Umwelt. Dort dauert es mehrere hundert Jahre, bis sich Plastik zersetzt – und das auch nur in kleine Mikroplastikteile. Diese Teilchen gelangen dann über viele Umwege sogar wieder zu uns auf den Speiseteller (ohne dass wir etwas davon merken). Deshalb sollten wir nicht nur darauf achten, Plastik ordnungsgemäß zu entsorgen, sondern bewusst Plastikmüll vermeiden.

Tipp 5:  Frisch kochen statt Fertiggerichte

Oh ja, frisch kochen kostet natürlich deutlich mehr Zeit, als mal schnell ein Fertiggericht aufzuwärmen. Gerade, wenn es unter der Woche in der Arbeit mal wieder länger gedauert hat und dir schon auf dem Nachhause-Weg der Magen knurrt. Aber ein frisch gekochtes Abendessen ist nicht nur viel gesünder, sondern spart auch ordentlich Müll. Zudem kannst du absolut selbst bestimmen, welche Zutaten du verwendest und hast so die Möglichkeit auf unnötige Zusatzstoffe zu verzichten.

Ich persönlich mache es dann immer so, dass ich gleich die doppelte Menge koche. So habe ich gleich was Gesundes für die Mittagspause in der Arbeit am nächsten Tag. Klar am Anfang muss man sich schon regelmäßig aufraffen, aber wenn man mal das Bewusstsein geschaffen hat, dann weiß man, für was man die Zeit in der Küche steht: Für eine gesunde Ernährung, gute Lebensmittel und mehr Umweltschutz.

Tipp 6: Glas- statt Plastikflaschen

plastikmuell-vermeiden-im-alltag-glasflaschenWas trinkst du lieber? Stilles oder sprudelndes Wasser? Ich persönlich mag es ja schon eher spritzig. Aber ganz egal wie du dein Wasser trinkst. In Deutschland wird die Trinkwasserqualität vom Bundesamt für Gesundheit als sehr gut bewertet. D. h. du kannst ganz einfach zuhause das Wasser aus der Leitung trinken und wenn du es gerne sprudelnd trinkst, dann kaufe dir doch einen Wassersprudler und bereite dein Wasser so auf. Das hat mehrere Vorteile:

  • Du sparst mittelfristig wirklich viel Geld
  • Du nutzt regionales Trinkwasser (und lässt es nicht von internationalen Konzernen irgendwo in ärmeren Ländern abgraben)
  • Du vermeidest Plastikmüll (denn so recycle fähig, wie man allgemein annimmt, sind Plastikflaschen gar nicht)

Und für unterwegs kannst du dir einfach eine BPA-freie Trinkflasche aus Glas oder Edelstahl kaufen und musst so nicht mehr auf die lästigen Plastikflaschen zurückgreifen. Falls du auf der Suche nach einer Alternative zu Plastikstrohhalmen bist, dann findest du hier die perfekte Lösung.

Tipp 7: Naturkosmetik statt Mikroplastik

Sicher hast du über Mikroplastik (in Kosmetik) schon einiges gehört und das dies absolut schädlich für Umwelt und Mensch ist. Als Mikroplastik werden Plastikpartikel bezeichnet, die kleiner als 5 mm sind. Mikroplastik kommt u.a. in Form von kleinen Kügelchen in Peelings vor. Aber hast du gewusst, dass es super Alternativen dazu gibt? Beispielsweise kannst du aus Zucker, Rosmarin und Olivenöl ganz schnell und einfach selbst ein Peeling herstellen. Weitere Möglichkeiten findest du hier.

Tipp 8: Biomüll direkt wegwerfen und auf Plastiktüten im Mülleimer verzichten

Hast du gewusst, dass die vermeintlich „kompostierbaren Bio-Plastiktüten“ gar nicht so gut für die Umwelt sind, wie gedacht? Denn das Material verrottet nur bei rund 60 Grad in einer Industriekompostierung und das dauert mehrere Tage (was häufig nicht wirtschaftlich ist). Deshalb macht es am meisten Sinn, dass du auf eine Tüte beim Biomüll komplett verzichtest. Am besten du nutzt eine Schale, stellst diese in deiner Küche auf die Arbeitsplatte und leerst diese täglich (auf dem Weg in die Arbeit). So vermeidest du unangenehme Gerüche und sparst ordentlich Müll. Für den Restmüll nehme ich aktuell die leeren Verpackungen der Klopapierrollen. Klar ist das auch Plastik, aber immerhin musste ich keine neuen Tüten dafür kaufen und schenke der Verpackung der Klopapierrollen noch einen „zweiten Nutzen“ . ?

Tipp 9: Essen in Tupperdosen abholen oder Mehrzweckdosen nutzen

Plastikmüll vermeiden - Essen bestellen und in Tupperdosen füllen lassenJa, manchmal gibt es so Tage, da hat man einfach keine Lust selbst zu kochen und ist auch nicht in der Stimmung Essen zu gehen. Dennoch gibt es die Möglichkeit, dass du durchs Essen bestellen nicht zwangsläufig sehr viel Müll produzieren musst. Frage einfach bei der telefonischen Bestellung nach, ob du deine eigenen Dosen / Verpackung mitbringen kannst und ob sie dir deine Bestellung dort einfüllen. Bei unserem Lieblings-Asia-Restaurant ist das ganz easy möglich.

Bevor wir uns Gedanken darüber gemacht haben, wie wir Plastik vermeiden können, haben wir durchschnittlich eine große Tüte Plastikmüll pro Woche produziert (in einem 2-Personenhaushalt). Denn gerade der Einkauf beim Discounter, wo in der Regel alle (frischen) Produkte in Plastik eingepackt sind, hat bei uns pro Wochen schon immer mindestens eine halbe Tüte Plastikmüll ausgemacht. Seit dem wir unverpackt und regional einkaufen produzieren wir die gleiche Menge in drei Wochen – und wir arbeiten dran, dass es noch weniger wird.

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